…und manchmal gewinnen die Anderen. Nicht der allerbeste Spruch, aber in einigen Situationen durchaus zutreffend.
Und vor allem wenn es um die Liebe geht, gewinnen, so scheint es heute, dann doch immer die anderen. Vielleicht habe ich Glück im Spiel… Denn da war doch noch was, also noch so’n Spruch mit Glück und Liebe und Spiel.
Aber wenn ich so drüber nachdenke, vielleicht will ich auch lieber nur spielen.
Manchmal verliert man… Juni 11, 2010
Arbeitsmoral und die Moral von der Geschicht’. Mai 30, 2010
Wenn ich bedenke, dass ich drei Monate Zeit hatte für die letzte Hausarbeit meiner Unikarriere und ich jetzt vor einem Berg Büchern sitze und mir noch knapp zweieinhalb Wochen bleiben, frage ich mich: wo ist sie hin, meine Arbeitsmoral?
Klare Antwort, sie spielt mit meinem Ehrgeiz Karten hinterm Schrank. Trotz fleißiger und durauchs ambitionierter Bemühungen sie mit einer guten Note und anderen Schmankerln aus ihrem dunklen Versteck hervorzulocken, blieb und bleibt sie sitzen, die Arbeitsmoral, und zeigt mir die kalte Schulter. Manchmal lugt sie kurz hervor, grinst mich hämisch an, zieht es aber dann doch vor, sich flux wieder zum Ehrgeiz und den Wollmäusen zu gesellen, wo es warm und kuschelig ist. Ich würde fast sagen, die kleine Moral ist ein lichtscheues Wesen. Licht an: Moral weg.
Abends aber, wenn die Sonne langsam untergeht, dann liebt es die Moral sich hinter dem breiten Kreuz ihres neuen Freundes, dem schlechten Gewissen zu verstecken und mich zu ärgern. Dann wirft sie kleine Steinchen nach mir und verhöhnt mich und ja, sie macht auch eine lange Nase und schiebt ihren Freund, das schlechte Gewissen, noch ein Stück näher in meine Richtung.
Wenn die Moral sich überhaupt am Tage raus traut, dann mit Schrubber, Besen und Lappen bewaffnet. Sie ist wahrlich eine Meisterin, wenn es darum geht, den Staub der letzten Tage zu lokalisieren und auch das passende Mittel vorzuschlagen. In diesem Fall einen Allzweckreniger mit Zitronenduft, der mich für etwa eine Stunde so benebelt, dass ich es fast schaffe, meine verkleidete Freundin in die Falle zu locken. Lässt die Wirkung von Meister Propper allerdings nach, bin ich im Nu wieder runter von der Motivationswolke und mir entgleitet die Moral (mal wieder) wie ein glitschiger Aal. Mist, aus der Hand unter den Schrank gerutscht. Und da liegt sie wieder und faulenzt.
Und die Moral von der Geschicht’? Öfter mal hinterm Schrank putzen.
Denn eigentlich geht es uns gut. Mai 2, 2010
Der erste Mai ist zum Tanzen da. Soweit richtig, für mich dieses Jahr aber leider ins Wasser gefallen, da Erkältung. Und ich muss sagen, an einem Feiertagswochenende krank zu sein, ist an sich ein scheiß Geschäft, hatte allerdings in diesem Jahr aber etwas für sich. Aber dazu etwas später.
Die Autofahrt nach Hause war schon ne halbe Katastrophe. Nicht nur, weil Hinz und Kunz und Opa mit Hut on the road waren und sich die A3 wieder mal in volle Baustellenpracht präsentiert, sondern auch und vor allem wegen meinen Nies- und Hustenanfällen, die es mir ab und an schwer machten, mich richtig auf die Strasse zu konzentrieren. Es mag sich nun der ein oder andere Frage, Schätzchen, warum bleibste nicht mit Tee und Taschentüchern daheim? Die Antwort gebe ich mit meiner lieben Oma: Ich lass ich ja net hänge. Darüber hinaus fand das obligatorische 1.Mai-Grillen eines Freundes statt. Und da ich aus einer Familie mit zahlreichen Traditionen komme, die gefälligst auch alle gefeiert werden müssen, bin ich gerne bereit mich mal nicht hängen zu lassen und teilzunehmen an feucht-fröhlicher Feierei. In diesem Fall auch wirklich feucht, aber weniger fröhlich, denn es regnete und es waren ungefähr nur die Hälfte der Leute da, die es sich sonst eigentlich nicht nehmen lassen, sich mit Maibowle und Zäpfle mal so richtig abzuschießen.
Kurz um: Steak rein, Kaffee und Torte hinterher, alles war schön und vielen Dank für den tollen Mittag, ich bin raus.
Vielleicht mag es sich der aufmerksame Leser schon denken, zwei Stunden im Regen plus Erkältung, das macht? Ja was? Richtig. Noch mehr Erkältung. Wieder mal ein klassischer Fall von, ich hätte es vorher wissen müssen. Aber ich lass mich ja net hänge!
Warum es jetzt was für sich hat, am Tag der Arbeit außer Gefecht gesetzt zu sein? Na, man hat Zeit für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens. Vox schauen ist nur das Beispiel, dass in meinem Fall zutrifft.
Leider war ich nicht von Anfang an dabei, aber es lief eine Reportage über die Protestbewegung der Jugend von heute. Falls man überhaupt noch von Bewegung reden kann.
Wer gestern in Berlin oder Hamburg geparkt hatte, der musste sich in diesem Jahr ausnahmsweise einmal keine Sorgen machen, es war ja nichts los an der Molotowfront. “Vereinzelt flogen Flaschen”, liest man bei Spiegel online. Sonst alles ganz friedlich und unauffällig.
Und warum sollte es auch auffälig werden? Was bleibt denn heute noch, worüber sich die Jugend aufregen könnte? Wofür lohnt es sich denn auf die Strasse zu gehen? Und welche Meinung soll man denn überhaupt vertreten? Gerade gestern hatte ich ein längeres Gespräch über Unzufriedenheit. Und der Tenor des Gespräches war, dass wir doch eigentlich zufrieden sein könnten, uns gehts ja gut und wenn wir dann doch mal unzufrieden sind, sind die Probleme hausgemacht und persönlich existenziell und lassen sich mit einem zweiwöchigen Praktikum oder dem Kauf eines Ratgebers alá “Berufseinstieg für Dummies”, wieder schnell und vor allem sauber aus der Welt schaffen.
Und das ist auch der Tenor aller anderen Gespräche: Man müsste ja, wir haben doch alles, es geht uns doch noch gut. Wer sich über Studiengebühren aufregt, der tut das mal einen Monat lang oder eben dann, wenn die Rückmeldung fällig ist. In den Semesterferien geht er vier Wochen bei irgendeiner Firma für 11,50 nachts am Band arbeiten! Von Protest keine Spur. Oder liegt er vielleicht genau darin? Im Sich-Anpassen-Müssen?
Ich denke, eine Einstellung, die sich nur darum dreht, dass man es ja eigentlich schon ganz gut hat, wird dann gefährlich, wenn man es eigentlich dann doch nicht mehr so gut hat. Wenn sich die Zeiten ändern und man doch arbeits- und mittellos wird. Allerdings bleibt dann als Protest, die NPD zu wählen, oder die eigene Frau zu schlagen.
Denn wer geht noch auf die Strasse, wenn es ja andere Formen von Protest gibt, die zwar weit weniger anstrengend, aber umso konsequenzenreicher sind.
Vielleicht haben wir es verlernt zu protestieren, weil wir nicht mehr gegen etwas sind, sondern eben für eine Veränderung. Und das auf einem Plakat zu formulieren ist wesentlich schwieriger, als einfach nur “dagegen” drauf zu schreiben. Und vielleicht haben wir es auch verlernt zu protestieren, weil es einfach keine akute Notwendigkeit gibt, weil Ungerechtigkeit sich hinter Namen wir HartzIV verbirgt. Und es ist vielleicht auch einfacher sich nur zu beschweren, als etwas dagegen zu tun. Man könnte ja hinterher in die Verantwortung genommen werden, oder gar selbst mit anpacken müssen.
Und so bleibe ich lieber sitzen, denn so lange ich das Geld noch habe um bei Aldi einkaufen zu gehen, so lange geht es mir auch eigentlich noch ganz gut.
Under pressure. April 28, 2010
“Unter Druck kann ich am besten arbeiten.”
Oft gehört und immer zugestimmt. Ohne Druck geht nix. Wenn du nicht musst, dann machst du auch nichts. Und das sagt uns erstmal: Druck ist gut und bringt dich dazu, ein besserer, produktiverer und hart arbeitender Mensch zu werden. Denn wenn dir Mutti, die Freundin oder das Finanzamt mal kräftig in deinen faulen Arsch getreten hat, dann erst bekommst du ihn von der Couch hoch und packst die Dinge an. Druck also gleich Antrieb.
Aber nicht immer explodiert eine bunte Überraschung aus uns heraus, wie aus einem Tischefeuerwerk. Es gibt hier und da auch eine Fehlzündung und manchmal entpuppt sich der harmlose Silvesterspass als Splitterbombe mit verherenden Folgen.
Aber wie auch immer die Explosion geartet ist, es braucht in jedem Fall einen Zünder. Ich frage mich, was würde passieren, wenn wir keinen Zünder hätte? Wenn alle Lunten und Feuerzeuge ausverkauft wären? Klassische Selbstentzündung oder hören wir dann einfach auf zu suchen, zu arbeiten, zu picken, wie ein Huhn, dem man die Augen vebunden hat. Den entgegen der verbreiteten Annahme, dass auch ein blindes Huhn mal ein Korn findet, hören Hühner auf zu picken, wenn sie nichts mehr sehen und verhungern elendig. Also was passiert, frage ich mich, in einer Welt ohne Zwang und Druck?
Für Kuschelpädagogen eine wunderbare Vorstellung! Wenn der kleine Paul alles das tun darf, was er will oder eben nicht will… Ich finde eine “alles ganz zwanglos”-Einstellung ziemlich furchteinflößend. Ich könnte die Frage nicht endgültig beantworten, was es aus mir machen würde, wenn Erwartungshaltungen anderer, also der soziale Druck mitzuhalten, einfach wegfallen würde. Allrdings habe ich eine Vermutung: Ohne den Antrieb schöner, klüger und erfolgreicher als meine Mitmenschen zu sein, würde ich wohl im wahrsten Sinne der Wortes verfaulen. Denn wenn es normal ist, den ganzen Tag nichts zu tun und vor der Flimmerkiste zu sitzen, ich würds tun!
Vielleicht ist das auch der Grund, warum Kinder in der Vorschule schon anfangen Suaheli und Mandarin zu lernen. Oder im praktisch familienfreundlichen Van zum Reiten, Tennis, Turnen oder zur Nachhilfe gegeondelt werden. Hier geht es darum möglichst früh zu lernen, wo der Frosch die Locken hat und wie bitter ernst das Leben ist.
Aber auch wenns drückt und zwickt und es das ist, was zu Bewegung antreibt hinterlässt folgende Frage doch einen faden Beigeschmack, der mich fast dazu bringt zu sagen, Unterdruck erzeugt Faulheit wegen fehlender Notwendigkeit:
Es ist die Frage, was uns stärker unter Druck setzt: das, was wir leisten müssen, oder das, was wir uns leisten wollen.
Ernst Reinhardt, (*1932), Dr. phil., Schweizer Publizist und Aphoristiker
Just another Blog? April 22, 2010
Was ist das denn für eine Begrüßung? Nur ein neuer Blog in der unendlich weiten Welt des bloggens?
Ich verliere ja beinahe schon zu Beginn die Lust, mein virtuelles Leben von nun an mit anderen zu teilen, aber hey, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben und wer weiß, was mich hier noch spannendes erwartet…
Die Frage, die sich mir zuerst aufgedrängt hat, wie eine fette Sitznachbarin im Bus ist doch, sind ich und mein Otto-Normal- Leben spannend genug um darüber zu schreiben? Wird den geistigen Erguss überhaupt jemand lesen? Beim Aufrufen der Seite springt mich gleich die Zahl 299.652 an. Wie eine stolze Mutter, die von dem ersten Rölpser ihres Sprößlings erzählt, sagt mir WordPress: Wir haben soooo viele Blogger, komm zu uns! Mach mit, sei Teil dieser tollen Community und teile allen anderen mit, was du heute zu Frühstück hattest, wie deine Nachbarn gestern wieder lauten Sex hatten oder warum deiner Meinung nach Gurken unbedingt auf einen gemischten Salat gehören. Jeder hat ne Meinung, alle dürfen posten.
Und da wir uns ja alle ein bißchen mehr einzigartig fühlen, wenn wir über uns und unser crazy life in der Großstadt, auf dem Dorf oder am Arsch der Ella fühlen, komme ich fürs Erste zu dem Schluss, das ist eine gute Sache mit dem bloggen.
Also, Freunde der Sonne, da bin ich. Schau mer mal. Und wenns hier keine Aufmerksamkeiten gibt, bleibt ja immer noch einfach mal an der Ampel tanzen.
So long.
